Bayreuth-Professor rügt Treibjagd auf Guttenberg

Prof. Dr. Walter Schmitt-Glaeser, der ehemalige Vize-Präsident der Universität Bayreuth, hat das Verhalten der Hochschule in der Plagiatsaffäre um Karl-Theodor zu Guttenberg massiv kritisiert. In einem Interview mit der „Bild“-Zeitung griff der Staatsrechtler die Universitätsleitung scharf an.

„Es war richtig, Herrn zu Guttenberg den Doktortitel abzuerkennen und es war auch richtig, dass er als Minister zurückgetreten ist. Aber was jetzt passiert, ist eine einzige Treibjagd“, zitiert ihn die „Bild“-Zeitung,

Für den 77-jährigen Professor habe die Untersuchungskommission nach der Aberkennung des Doktortitels keine Berechtigung mehr gehabt, den Fall und die Dissertation Guttenbergs weiter zu prüfen. Vielmehr sei es der Uni-Leitung nur darum gegangen, Guttenberg vor ein Tribunal zu zerren und ihn öffentlich schuldig zu sprechen, urteilt Schmitt-Glaeser im Interview.

Seine ehemaligen Kollegen hätten damit die gesellschaftliche Existenz des ehemaligen Verteidigungsministers schwer geschädigt. Weiter sagt er: „Mit jedem anderen Doktoranden wäre die Uni-Leitung anders umgegangen. Schon allein aus Fürsorgegründen.“

Außerdem erinnere sich der Professor noch gut an den Studenten Karl-Theodor zu Guttenberg: „Er hat es nicht nötig, sich mit fremden Federn zu schmücken. Es ist wohl so gewesen, dass er über die Jahre einfach den Überblick über seine Arbeit verloren habe“, sagte er dem Blatt.

Generell kritisiert der Staatsrechtler den Umgang in Politik und Medien mit exponierten Personen. „Für mich zeigt der Fall Guttenberg, warum wir so wenig politisch talentierten Nachwuchs haben. Wer sollte sich schon in dieses Freigehege sperren lassen, in dem man gehetzt und niedergestreckt wird.“ Prof. Schmitt-Glaeser zweifelt daran, dass Guttenberg sich das noch einmal zumuten wolle.

Quelle: Bild.de –  „Was jetzt passiert, ist eine Treibjagd“ – 10.05.2011

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