Seltsame Blüten eines Vogels

Im Rahmen der Presseveröffentlichungen über die Verfahrenseinstellung stößt man bisweilen auf seltsame Blüten. So ist der Handelsblatt-Redakteur Hannes Vogel in seinem Kommentar Operation Gutten-Back der Auffassung, zu Guttenberg hätte sich in einem Strafprozess um die Wiedergewinnung seiner Glaubwürdigkeit bemühen müssen. Ein öffentlicher Prozess wäre zumindest ein Zeichen gewesen, mit dem er verlorenes Vertrauen hätte zurückgewinnen können, indem er sich endlich ehrlich seiner Verantwortung stellen würde – was er bislang nie getan habe.

Herr Vogel ist offensichtlich weder mit der Verfahrensweise in einem strafrechtlichen Ermittlungsverfahren vertraut noch versteht er die Relevanz einer Verfahrenseinstellung gegen Zahlung einer Geldbuße. Es geht hier ausschließlich um das öffentliche Interesse an einer Strafverfolgung. Die Verfahrenseinstellung erfolgte durch die Staatsanwalt Hof mit Zustimmung des zuständigen Strafrichters.

Offensichtlich trauert der Handelsblatt-Redakteur einer entgangenen Gelegenheit zum Anprangern des beliebten Politikers nach. Herr Vogel hat nicht verstanden, dass zu Guttenberg mit einer Vielzahl von Erklärungen, mit seinem Rücktritt von allen politischen Ämtern, mit den Antworten in dem Interviewbuch, mit der Zahlung der Geldbuße mehr als genug getan hat, um sein Bedauern über die Plagiate in seiner Doktorarbeit zu erklären.

Schlimmer noch als dieser Kommentar ist, dass dieser Redakteur Stimmen der Online-Leserschaft sich zu eigen macht und diese mit ihrem beleidigenden Inhalt in Artikel verarbeitet. Wahrlich keine journalistische Glanzleistung.

 Quelle: Handelsblatt – Operation Gutten-Back – 23.11.2011, 13:37 Uhr

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